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Werben / Wjerbno

Die Feldsteinmauer umrahmt den alten Gutspark Seydlitz. Im Hintergrund ist das alte Gutshaus zu sehen, heute sind hier u. a. das Bürgermeisterbüro und ein Vereinsraum zu finden.
Fläche: 2.495 Hektar
Einwohner: 1.752
Ersterwähnung: 1346 (1300?)

Die erste uns bekannte urkundliche Erwähnung von Werben stammt aus dem Jahre 1346. In einer Matrikel des Bistums Meißen wird neben Anderen auch die Kirche zu Werben aufgeführt. Dass Werben aber älter ist, beweisen Scherben und Keramikreste, die in zwei Burgwällen außerhalb des jetzigen Dorfes gefunden wurden. Erste Funde stammen aus der Bronzezeit. Seither hat es eine kontinuierliche Besiedlung gegeben. In der frühdeutschen Epoche waren die alten wendischen Siedlungen noch von den Menschen des Stammes der Lusici bewohnt. Das eigentliche Dorf Werben entstand vermutlich erst nach 1050 und reichte vom „Bauernende“ bis nördlich zur alten Schule, worauf mittelalterliche Scherbenfunde schließen lassen.

Der Ortsname Werben ist slawischen Ursprungs. Abgeleitet vom wendischen „wjerba" für Weide, wurde das Dorf als Weidenort bezeichnet. Werben ist ein Angerdorf. Mit seinen beiden, sich an der Kirche kreuzenden Hauptstraßen, ist es heute als solches nur noch schwer zu erkennen. Im Mittelpunkt des Angers stand die Kirche. Sie war von einem großen Kirchhof umgeben, der bis ins „Bauernende“ reichte. In der Dorfordnung von 1566 ist zu lesen, dass der Platz hinter dem Kirchhof auch als Marktplatz genutzt wurde.

Zwischen 1100 und1150 bekam Werben seine erste Kirche. Die jetzige Kirche entstand in den Jahren zwischen 1308 und 1330. Allerdings ohne Turm und Altarplatz. Mit einer Länge von 24 Metern, einer Breite von 12 Metern und einer Höhe von 17 Metern war es zu dieser Zeit ein imposantes Bauwerk. Es war das erste Gebäude im Ort, welches mit Tonziegeln gedeckt war. Der Turm wurde ca. 100 Jahre später, um 1450, erbaut. Der Anbau des Altarraumes erfolgte im Jahr 1734.

Das Gutsdorf Werben

In einer alten Sage heißt es: „In der Luft ist der Teufel geflogen und hat einen Sack ausgeschüttet; da sind die ganzen Herren herausgeflogen. In Babow sind zwei gefallen; in Werben hat er den Sack ausgeschüttelt, da sind es gleich fünf gewesen. In Ruben war der Sack leer, deshalb ist dort kein Herr.“ Wie jede Sage hat auch diese einen realen Hintergrund. Werben war über Jahrhunderte ein bedeutendes Kirchendorf und Sitz einflussreicher Adelsfamilien. Schon 1530 werden in einem Lehnbrief vier Güter in Werben genannt, später vermehrt um einen fünften Anteil. Ein Anteil gehörte derer von Schönfeldt, die hier stellvertretend genannt werden sollen. Denn Christiane Charlotte Gottliebe von Schönfeldt (1741-1772) heiratete Carl Alexander von Bismarck und war die Großmutter des Reichskanzlers Otto von Bismarck. Eine Cousine von ihr, Juliane Ulrike, heiratete Joachim Friedrich von Kleist und war die Mutter des Dichters Heinrich von Kleist Als Zeugnisse dieser Vergangenheit existieren in Werben bis heute …Gutshäuser.

Handwerk, Handel, Gewerbe und Ackerbau in Werben

Über die Jahrhunderte war Werben von der Landwirtschaft geprägt. Das Bearbeiten der Äcker und Wiesen war eine körperlich schwere Arbeit. Hinzu kam, dass durch Hochwasser, Stürme, Hagel und Feuersbrünste die Arbeit der Bauern immer wieder zunichte gemacht wurde. So reichte die Ernte zeitweise kaum zum Überleben. Zum Ende des 19.und Anfang des 20. Jahrhunderts erlebten das Handwerk, der Handel, das Gewerbe und der Ackerbau in Werben einen gewaltigen Aufschwung. Durch die Anbindung an die Spreewaldbahn konnte eine bessere Vermarktung der landwirtschaftlichen Produkte erreicht werden. Der Anbau von Kohlrüben, Gurken, Kürbissen, Speisemöhren und Kartoffeln vermehrte sich sehr schnell. So wurden im Jahr 1905 ca. 3000 Zentner Gurken verladen. Im Jahr 1906 wurden in Werben innerhalb von sechs Monaten mehr als 150 Waggons mit Gemüse und anderen Produkten, besonders Kartoffeln, beladen. Durch den Transport von Düngemitteln, Baumaterialien und Kohlen mit der Spreewaldbahn nach Werben entstand ein reger Handel und Werben bestätigte seinen Ruf als Gemüsedorf.