18.09.2026
Würdigung des hohen ehrenamtlichen Engagements im Dorf
„In Fehrow/Prjawoz entsteht ein Ort, an dem Gemeinschaft gelebt werden kann, ein Raum für Begegnungen, für Ideen, für das Miteinander“, sagt Amtsdirektor Tobias Hentschel. In einem ersten Bauabschnitt wurde nun das neue Feuerwehrgerätehaus eingeweiht. Glückwünsche überbrachten der Staatssekretär des Innenministeriums Uwe Schüler und Landrat Martin Heusler.
Schmogrow-Fehrow/Smogorjow-Prjawoz/ OT Fehrow/Prjawoz. Rund 120 Jahre ist es her, dass in Fehrow/Prjawoz ein Spritzenhaus mit Armenwohnung gegenüber der Kirche errichtet wurde. Längst entspricht es nicht mehr den aktuellen Erfordernissen für den aktiven Feuerwehrdienst. Nach langer Suche nach einem geeigneten Standort, Planung und Fördermittelakquise konnte im Frühjahr 2025, pünktlich zum 100-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Fehrow, mit dem Neubau auf dem Sportplatz, östlich des Sportlerheimes, begonnen werden. Fahrzeughalle, Büro für die Wehrleitung, Lager/Technikraum, Umkleidekabinen nach Geschlechtern getrennt sowie ein Lagerraum im Dachgeschoss, in dem Dank einer „Laufkatze“ auch schwere Güter transportiert werden können, sind in den vergangenen Monaten entstanden. Gefördert wurde das Haus vom Ministerium des Innern und für Kommunales im Rahmen der Feuerwehrinfrastrukturrichtlinie mit 333.000 Euro. Den Löwenanteil der geplanten Investitionssumme von rund 1 Million Euro stemmt die Gemeinde Schmogrow-Fehrow/Smogorjow-Prjawoz, die dafür einen Kredit aufgenommen hat. „An jeder Stelle wurde nach Einsparpotenzialen gesucht, um den Haushalt der Gemeinde zu entlasten“, so der Leiter der Bauverwaltung Matthias Koal. So habe man in den Außenanlagen die Beleuchtung reduziert, bei der Ausstattung im Büro gespart und es wurden sehr gute Vergabegewinne erzielt. Zusammen mit Eigenleistungen von Feuerwehr, Dorfgemeinschaft und Sportverein, die eine Lagerhalle, die dem Neubau im Weg gestanden hat, abgetragen und versetzt sowie die Endreinigung nach der Baumaßnahme übernommen haben, konnten rund 200.000 Euro gespart werden.
Doch das Gerätehaus ist nur ein Teil eines größeren Projektes. Feuerwehr und bestehendes Sportlerheim sollten zu einem Dorfgemeinschaftshaus zusammenwachsen, finanziert aus zwei verschiedenen Fördertöpfen. Die Gemeinde ist dafür ein großes Risiko eingegangen. In der Hoffnung auf eine zweite Förderung wurde bereits die Basis geschaffen, z. B. für eine Luftwärmepumpe und eine Lüftungsanlage, die für beide Gebäude ausgelegt sind.
Die Rechnung ist aufgegangen. Für den Neubau des Dorfgemeinschaftshauses erhält die Gemeinde eine Leader-Förderung in Höhe von rund 800.000 Euro. Beide Gebäude werden zusammengeführt; Sanitärräume für die gemeinsame Nutzung durch Feuerwehr und Sportverein entstehen, außerdem eine barrierefreie Toilette, ein Jugendraum und Lagerkapazitäten. Das Sportlerheim wird umgebaut und sparsam saniert. Die durch Umbau der derzeitigen WC-Anlage freiwerdenden Flächen werden genutzt, um die Küche des Sportlerheimes zu vergrößern und einen Schiedsrichterraum einzurichten. Weiterhin erhält das Sportlerheim einen barrierefreien Zugang. Die ersten Baulose sind ausgeschrieben. Die Ausschreibungsergebnisse lassen hoffen, dass der Bau im Kostenrahmen bleiben wird.
„Näher zusammenrücken zu müssen, wird sicher nicht immer einfach sein“, so Matthias Koal, „Aber daraus ergeben sich auch Synergien. Wenn sich die Vereine gegenseitig unterstützen, man als Mitglied der Feuerwehr vielleicht auch Mitglied im Sportverein wird und umgekehrt, kann das die dörfliche Gemeinschaft weiter stärken.“
Dass dies gelingt, dessen ist sich Amtsdirektor Tobias Hentschel sicher. Denn bereits im Vorfeld des zweiten Bauabschnittes wird wieder an einem Strang gezogen und gemeinsam ein Nebengebäude abgerissen, um Kosten zu sparen.
Die Gemeinde Schmogrow-Fehrow/Smogorjow-Prjawoz ist mit dem größten Bauprojekt seit Jahrzehnten in Vorleistung gegangen, um das Dorf lebenswerter zu gestalten, die Menschen zu halten und vielleicht neue anzulocken. Aber, „Es ist auch eine längst verdiente Würdigung des hohen ehrenamtlichen Engagements im Dorf“, so Koal.
Mit dem symbolischen Aufkoppeln eines Feuerwehrschlauches wurde das Feuerwehrgerätehaus in Fehrow/Prjawoz eingeweiht. Bürgermeisterin Ira Frackmann wurde dabei unterstützt von (v. r.) Staatssekretär Uwe Schüler, Ortsvorsteher Christian Domann, Wehrleiter Maik Eckert, (v. l.) Landrat Martin Heusler und Amtsdirektor Tobias Hentschel. (Foto: K. Möbes)