Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite für Sie möglichst benutzerfreundlich zu gestalten. Wenn Sie fortfahren, stimmen Sie der Verwendung von Cookies auf dieser Webseite zu. Weiterführende Informationen erhalten Sie in der Datenschutzerklärung.

einverstandenEinstellungen

Datenschutzhinweise & Cookie-Einstellungen

Bitte beachten Sie, dass technisch erforderliche Cookies gesetzt werden müssen, um wie in unseren Datenschutzhinweisen beschrieben, die Funktionalität unserer Website aufrecht zu erhalten. Nur mit Ihrer Zustimmung verwenden wir darüber hinaus Cookies zu Analyse-Zwecken. Weitere Details, insbesondere zur Speicherdauer und den Empfängern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. In den Cookie-Einstellungen können Sie Ihre Auswahl anpassen.

PHP Sitzung
Das Cookie PHPSESSID ist für PHP-Anwendungen. Das Cookie wird verwendet um die eindeutige Session-ID eines Benutzers zu speichern und zu identifizieren um die Benutzersitzung auf der Website zu verwalten. Das Cookie ist ein Session-Cookie und wird gelöscht, wenn alle Browser-Fenster geschlossen werden.
Sendinblue Chat
Mit dem Sendinblue Chat Tool können Sie direkt mit uns in Kontakt treten und wir können Ihnen Hilfestellungen geben und Ihre Fragen beantworten.
Google Maps
Google Maps ist ein Karten-Dienst des Unternehmens Google LLC, mit dessen Hilfe auf unserer Seite Orte auf Karten dargestellt werden können.
YouTube
YouTube ist ein Videoportal des Unternehmens Google LLC, bei dem die Benutzer auf dem Portal Videoclips ansehen, bewerten, kommentieren und selbst hochladen können. YouTube wird benutzt um Videos innerhalb der Seite abspielen zu können.
Vimeo
Vimeo ist ein Videoportal des Unternehmens Vimeo, Inc., bei dem die Benutzer auf dem Portal Videoclips ansehen, bewerten, kommentieren und selbst hochladen können. Vimeo wird benutzt um Videos innerhalb der Seite abspielen zu können.
Matomo
Matomo ist eine Open-Source-Webanwendung zur Analyse des Nutzerverhaltens beim Aufruf der Website.

14.10.2022

„Brücken bauen“ – „Mósty twariś“

Bürgermeister Fred Kaiser (m.) mit der Jury – Petra Eichlinger (r.), Bob Steichen (2. v. l.) und Frank Rose (3. v. l.) – und weiteren Unterstützer*innen auf dem Weg zum Teufelsberg in der Spreeaue. Prof. Gerstgraser (l.) gab einen Überblick über die Renaturierungsmaßnahmen.

Hohen Besuch konnte das kleine Dorf Dissen/Dešno am 17. Oktober begrüßen: Die Jury der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, welche seit 1990 im Zwei-Jahres-Rhythmus den Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis durchführt. 2022 steht dieser unter dem Motto „Brücken bauen“.

Dissen-Striesow/Dešno-Strjažow. Als Gewinner einer Goldmedaille im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 2019 darf Dissen/Dešno das Land Brandenburg im Wettbewerb um den Europäischen Dorferneuerungspreis unter dem Motto „Brücken bauen“ vertreten. 21 Teilnehmer aus ebenso vielen Regionen aus zwölf verschiedenen Staaten nehmen in diesem Jahr am Wettbewerb teil, darunter fünf aus Deutschland.

„Wir fühlen uns geehrt, dass uns das Brandenburg für die Teilnahme an diesem wichtigen europäischen Wettbewerb vorgeschlagen hat“, erklärt Bürgermeister Fred Kaiser.

Dissen/Dešno, seit 2001 ein Ortsteil der Gemeinde Dissen-Striesow/Dešno-Strjažow, hat in den vergangenen drei Jahrzehnten eine großartige Entwicklung genommen. Mit der politischen Wende haben sich Menschen gefunden, die couragiert und voller Elan, mit Eigeninitiative und Gemeinschaftssinn die Entwicklung ihres Dorfes vorangetrieben haben. 1989/90 war Dissen ein kleines, landwirtschaftlich geprägtes Dorf mit nicht einmal 500 Einwohner*innen. Heute leben hier rund 658 Menschen.

Mit dem Heimatmuseum, heute eine der führenden musealen Einrichtungen im Landkreis und in der Niederlausitz mit jährlich mehr als 12.000 Gästen, dem Bekenntnis zu den sorbischen/wendischen Wurzeln und der Fachwerkkirche (Bibelsprüche in deutscher und wendischer Sprache sowie florale Deckenmalerei) hatte Dissen/Dešno mehrere Pfunde, mit denen es wuchern konnte. Diese Potenziale wurden genutzt und weiterentwickelt, wie z. B. der frühmittelalterliche, slawische Siedlungsausschnitt „Stary lud“ zeigt. Die Renaturierung der Spreeaue durch das Bergbauunternehmen Vattenfall, als Ausgleichmaßnahme für die Inanspruchnahme des Teichgebietes Lakoma für den Tagebau Cottbus-Nord, wurde ebenso als Chance ergriffen.

Zudem ist es der Gemeinde Dissen-Striesow/Dešno-Strjažow seit Jahrzehnten ein besonderes Anliegen, die vorhandene historische Bausubstanz zu erhalten und sinnvoll zu nutzen. In der DDR jahrzehntelang vernachlässigt, war die Infrastruktur zu Beginn der 90er Jahre völlig marode. Aufgrund dessen hatten auch die Einwohner*innen nur das Nötigste in ihre Höfe investiert. Diese Stagnation ist aus heutiger Sicht ein Glücksfall, sind dadurch doch die historische Bausubstanz mit den prägenden Torhaushöfen und die Dorfstruktur, verglichen mit der ältesten erhaltenen Flurkarte von 1774, weitgehend erhalten geblieben.

Dissen/Dešno sanierte ab Anfang der 90er Jahre nahezu alle Straßen und Wege und investierte in für das Dorf wichtige Einrichtungen wie Sportlerheim, Multisportanlage, Jugendraum und Friedhofshalle. Einzelne Projekte wurden über Dorferneuerungsprogamme durch Bund, Land und EU gefördert und vom Landkreis unterstützt. Die kommunalen Investitionen zogen privates Engagement nach sich. Viele Grundstückseigentümer haben ihre oft mehr als 100 Jahre alten, ehemaligen Bauernhöfe liebevoll saniert. Und auch die Gemeinde Dissen-Striesow/Dešno-Strjažow packte in den vergangenen Jahren noch einmal an, kaufte und sanierte zwei alte Bauernhöfe und hauchte ihnen mit Hilfe von Vereinen neues Leben ein: der heutige Spreeauenhof sowie der Feuerwehrhof „Tylcyc“.

Bei einem vierstündigen Vor-Ort-Termin in Dissen/Dešno machte sich die dreiköpfige Jury am 17. Oktober selbst ein Bild. Die international und interdisziplinär besetzte Jury der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung hatte Anfang September im Rahmen von zwei Online-Meetings mit dem mehrstufigen Bewertungs-Vorgang begonnen. Die Mitglieder der Wettbewerbsjury besichtigen in diesen nächsten Wochen in Kleingruppen alle teilnehmenden Orte, ehe im Zuge einer weiteren Bewertungssitzung im Spätherbst/Winter 2022 die Entscheidung fällt. Die Preisverleihung wird im Mai 2023 im Siegerort von 2020, der Gemeindeallianz Hofheimer Land, Bayern, Deutschland, stattfinden, teilte die ARGE in einer Pressemitteilung mit.